Grundschule mit Sporthalle

Ankauf-Wettbewerb
Neubau in Karlsfeld / München
Kooperation mit Herle + Herrle Architekten, Grabner Huber Lipp Landschaftsarchitekten und Stadtplaner Jensen

Grundschule mit Sporthalle Karlsfeld

Architektur und Pädagogik – ein Dialog
Der architektonische Entwurf stellt ein modernes pädagogisches Konzept in den Mittelpunkt seiner Gestaltungspriorität. Die pädagogischen Weichen bestimmen somit wesentlich das Gesicht der Schule mit.

Wenn Lernen verstanden wird als aktive selbständige Aneignung mit allen Sinnen durch den Schüler, wobei Bewegen, Spielen und Entdecken genauso wichtig sind wie Konzentration und Verweilen, dann bedeutet dies für die Architektur eine Form, die in Struktur und Dynamik genau dies wiederspiegelt.

Grundschule mit Sporthalle Karlsfeld Volumetrie

Eine zentrale Aula mit einer differenzierten Ausformung und flexibler Verwendbarkeit
bildet den Mittelpunkt der Schule. Sie steht für Orientierung, Kommunikation und Verweilen genauso wie für Bewegen und Entdecken. Von der Aula aus werden alle Funktionen der Schule erschlossen. Auch der Bezug zum Pausenaußenraum ist unmittelbar gegeben. 

Damit sich Bildung ereignen kann, muss die Schule den Kindern die Gelegenheit eröffnen, Geborgenheit und Offenheit zugleich zu erleben.

Die Gesamtform des Schulkomplexes schafft eine Formensprache, die auf dieses Spannungsgefüge verweist. Die sternförmige Anordnung der Gebäudeelemente schafft ein Zentrum und Bewegung. Es entsteht ein Gesamtgefüge ohne Reihungen mit kurzen Wegen zu den jeweiligen Gebäudeteilen. Die klare Clusteranordnung erzeugt Geborgenheit in den einzelnen Lernhäusern mit ihrem Lichthof als Mittelpunkt.

Wenn Lernen verstanden wird als Selbstaneignung der Welt, bei der es genügend Raum sowohl für das gemeinsame als auch für das individuelle Lernen gibt, dann muss Architektur entsprechend flexible Raumstrukturen für innengesteuertes als auch außengesteuertes Lernen bieten.

Grundschule mit Sporthalle Karlsfeld Grundriss Erdgeschoss

"Mit seiner differenzierten Gestaltung bietet
der Außenraum ein vielfältiges Aufenthalts-
und Spielangebot. Das wird aus pädagogischer
Sicht sehr begrüßt."

Auszug aus der Jury

Wechselnde soziale Lernformen werden durch geschlosse und offene Raumsituationen ermöglicht. Klassenzimmer, kleinere Gruppenräume, die beidseitig und von außen zugänglich sind, je ein offener Mehrzweckbereich vor dem Lichthof, sowie grüne Klassenzimmer mit Orientierung zum Außenraum lassen reizarme Regionen der Konzentration und reizvolle Regionen der Anregung entstehen.

Statt Stillsitzen wird Schule als Lernwerkstatt verstanden mit möglichst individueller Förderung und der Möglichkeit für freies Arbeiten. Die Gleichzeitigkeit von Differenzierung und Integration begreift der Schüler in einer Gemeinschaft der Verschiedenen.

Die flexible Raumsituation ermöglicht einen kurzfristigen Wechsel zwischen verschiedenen Lernformen sowie eine kindergerechte Rhythmisierung des Schulalltages. Die bewusst angelegte Heterogenität der Räume fördert Inklusion als selbstverständliches Miteinander.

Statt reiner Belehrung versteht sich das Schulleben als Welterkundung innerhalb und außerhalb der Unterrichtsräume. Die Schule öffnet sich für die vielfältigen Interessen der Kinder.

Die Architektur versteht sich hier als Impulsgeber für das gesamte Schulleben. Verknüpft werden in diesem Entwurf die Lerncluster mit Aula, Speisesaal, Mittagsbetreuung, Werkräume und auch mit der nahen Sporthalle als Versammlungsstätten. Auch für die Lehrer bringt diese enge Verzahnung der Funktionsbereiche beste Arbeitsbedingungen.

Schule wird verstanden als forschender Dialog, der aktive Beziehungen zu den Innen- und Außenräumen der Schule fördert.

Autor: Peter Baron

Grundschule mit Sporthalle Karlsfeld Seitenansicht 1
Grundschule mit Sporthalle Karlsfeld Seitenansicht 2

PROJEKTDATEN

ORT
München

STATUS
Wettbewerb 2016

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