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VINTLERHOF

Biosoziale Agrikultur in historischen Mauern
Kooperation mit Christian Mahlknecht (BZ / IT)

Letzterer ist durch die große, weithin sichtbare Kubatur des Schulheims Xaverianum bekannt, das in den 1960er Jahren errichtet wurde und das jahrhundertealte Wohnhaus geschluckt hat.

Die Idee der Comboni Missionare, die seit 1903 von Brixen aus in die Welt ziehen, ist an der Karlspromenade eine Einkehrmöglichkeit zu schaffen. Um die stadtnahe Landwirtschaft mit Hofladen wiederzubeleben, pachten Miriam Zenorini und ihr Mann 2018 den Vintlerhof, mit der Idee den ersten Biosozialhof Südtirols zu betreiben. Dieser Grundgedanke bedingt einen Rückbau bis auf den historischen Kernbestand mit alten Gewölben und Balkendecken.

Diese alten Steinmauern bilden den Sockel für ein neues Dachgeschoss, dessen Gestaltung im intensiven Austausch mit dem Denkmalamt und dem Ensemblebeirat entstanden ist. Besonderes Augenmerk wird auf die Proportion von bestehender Putzfassade und neuen lärchenen Holzlamellen gelegt. Letztere führen in der Flucht der Steinmauern die Körperlichkeit fort und nehmen spielerisch die Öffnungen der Bestandsfassade durch dichtere und offenere Bereiche auf. Der Erker wird ebenfalls nach oben fortgesetzt und schaut als markanter Eckabschluss Richtung Süden.

Das Dachgeschoss auf dem zweigeschossigen Sockel ist als Neubau klar ablesbar, aber erinnert mit seiner Bauweise doch an die Ursprünge seiner landwirtschaftlichen Typologie. Ein besonderes räumliches Erlebnis wird durch den offenen Umgang hinter den Holzlamellen geschaffen, denn die neuen Außenwände in Holzbauweise sind ein bis drei Meter nach innen gesetzt. Zwei Lamellen werden aus einem Rechteckprofil hergestellt. Durch den schrägen Schnitt ergeben sich abwechslungsreiche Lichtspiele. Durch diesen Umgang wird eine vielseitige Nutzung und eine wertvolle Erweiterung der baurechtlich begrenzten Wohnfläche in den Sommer- und Übergangsmonaten ermöglicht.

Im Gegensatz zum Dachgeschoss, das durch den Leichtbau in Holzbauweise geprägt ist, kontrastiert das Erd- und Obergeschoss durch massive Mauern mit kleinen Öffnungen, wuchtigem Gewölbe und hölzernen Balkendecken. 
Das Restaurieren der alten Strukturen und Wiederentdecken von lang verschlossenen Nischen und Türen steht hier im Vordergrund. Wenn hinter alten Mauern alte Putze und Farben zum Vorschein kommen, leben für einen Moment schon lang vergessene Zeiten wieder auf und geben Inspiration für zeitgenössischen Wohnraum.

Das Gebäude wird durch einen Treppenhausturm aus gewaschenem Beton flankiert, der den Bestand von funktionalen und strukturellen Zwängen befreit und als skulpturales Element an der Ostseite steht.

​Das Wohnhaus des revitalisierten Vintlerhofes steht als dritter Baukörper im Ensemble mit Ansitz “Platsch” und dem alten Wirtschaftsgebäude. Letzteres brannte in den 80er Jahren bei einem verheerenden Feuer bis auf die Grundmauern nieder und wird nun lediglich erdgeschossig L-förmig erweitert. Der neue Wirtschaftshof wird so durch die denkmalgeschützten Grundmauern des alten Wirtschaftsgebäudes und dem anschließenden Neubau definiert. Eine lange Stützmauer zwischen dem oberen landwirtschaftlichen Hof und dem unteren Vorplatz für Ansitz und Wohnhaus erinnert an das ehemalige Schülerheim Xaverianum, das an dieser Stelle über Jahrzehnte Schüler aus dem ganzen Land beherbergte. (Publikation neue Architektur Südtirol)

AUFTRAGGEBER
Comboni Missionare

ORT
Brixen / Italien

STATUS
Fertiggestellt 2017

LEISTUNG
LPH 1-9

BGF
1.834 m2

STATIK
Geostudio + Technoplan

GEBÄUDETECHNIK 
Larcher & Brunner GmbH

BRANDSCHUTZ 
OK Ingenieure

BAUPHYSIK
Architektur- und Ingenieurbüro Erlacher

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