Siedlungsentwicklung mit neuem Zentrum
Wörgl, Österreich; 2016
Kooperation mit Moritz & Haselsberger Architekten, Wörgl
Jakob Fina Garten- und Landschaftsarchitekt, Wien


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STÄDTEBAU – ERLÄUTERUNG

Die Stadt Wörgl ist eine stark wachsende Stadt im unteren Inntal. Dem Wachstumsdruck wurde bis dato ohne übergeordnetem Städtebau Raum gegeben. Die vorliegende Projektgröße bietet die Chance ein erstes Gegensteuern einzuleiten.
Der Entwurf sieht die Ergänzung um eine dritte Achse als grüne Ader parallel zur zentralen Bahnhofstraße und der funktionalen Ladestraße; als eine grüne Lunge zwischen den intensiv befahrenen Verkehrsadern. Die grüne Ader verknüpft die losen Wegenden zwischen den urbanen Funktionen (Bahnhof, Schule, Einkaufszentrum M4, Bahnhofstraße) und fügt sich in das bereits vorhandene regionale Wegenetz für Fußgänger und Fahrräder ein. Wörgl wird mit der grünen Ader um ein identitätsstiftenden Baustein erweitert, der Orientierung, Struktur und einen langfristigen städtebaulichen Impuls gibt.
Die Findung der städtebaulichen Körnung orientiert sich am Gartenstadtprinzip. Der vorliegende Entwurf erhält den hohen Grünflächen-Anteil der heutigen Südtiroler Siedlung, bei deutlich höherer Nutzflächendichte. Damit gehen großzügige Abstandsflächen zwischen den Gebäuden und ein optimaler Sonneneintrag einher. Die Ausformulierung der einzelnen Bauabschnitte berücksichtigt die langfristig angelegte Umsetzung.
Die Einführung von 3 Gebäudetypen ist ökonomisch sinnig, gleichzeitig befreit sich das städtebauliche Konzept von der wirtschaftlichen Repetition. Es wird der Bezug zur bestehenden Struktur durch das Fortsetzen der losen Enden und das Aufnehmen der bestehenden Körnung geschaffen. Diesem zurückhaltenden Ansatz werden einzelne sich freispielende Körper beigemengt. Sie akzentuieren die grüne Ader und geben ihr Orientierung. Alle Baukörper sind in diesen Grünraum eingebunden. Entlang der grünen Ader entstehen durch das vor und zurückspringen der Gebäude heterogene Plätze. Der Weg für Fußgänger und Fahrradfahrer gestaltet sich durch die polyzentrale Struktur „kurzweilig”.
Hier kommt man gerne vorbei, hier hält man sich gerne auf, hier zu wohnen ist etwas Besonderes.